Geschichte österreichischer Hühnerrassen

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Vom Bankivahuhn zum mitteleuropäischen Landhuhn

  • Bankivahuhn

    Wahrscheinlicher Urahn unseres Haushuhnes ist das in südostasien verbreitete Burma-Bankivahuhn. Die Domestikation der Hühner wurde durch Ihre schlechten Flugeigenschaften wesentlich erleichtert.

    Bankivahuhn
  • 2500 bis 2100 v. Chr.

    Gesicherte Nachweise der Domestikation in der Indus-Kultur.

  • 1400 v. Chr.

    Die ältesten schriftlichen Hinweise für eine Hühnerhaltung in China.

  • ca. 1475 v. Chr.

    Aus der Zeit stammen Ägyptische Inschriften bei denen vier Hühner dargestellt werden.

  • 1000 v. Chr.

    Assyrische, Babylonische und persische Schriften belegen, dass in diesen Ländern Haushühner bekannt waren.

  • ca. 800 v. Chr.

    Im griechischen Raum wurden Hühner wahrscheinlich hauptsächlich für den Hahnenkampf gehalten.

  • bis ca. 600 v. Chr.

    Die ersten Funde in Mitteleuropa stammen aus der frühen Eisenzeit. Auch aus Spanien sind Hühnerreste bekannt, dort erfolgte die Einführung vermutlich durch die Phönizier. Der phönizische Welthandel brachte das Huhn an die Küsten des Mittelmeeres.

  • 500 v. Chr.

    In Ägypten wird bereits die künstliche Brut betrieben. Münzfunde zeigen, dass die Hühnerzucht zur Zeit der Kelten und Germanen auch in Europa schon weit verbreitet war.

  • ca. 500 bis 400 v. Chr.

    Aus dieser Zeit stammen Funde in der Schweiz.

  • 753 v. Chr. bis 476 n. Chr.

    Hühner wurden durch die Römer stark verbreitet. Sie kannten bereits mehrere Hühnerrassen wie Zwerg- und Haubenhühner. In dieser Zeit gelangte das römische Landhuhn auch in das Gebiet des heutigen Slowenien und Österreich.

  • 500 n. Chr.

    In Schweden gibt es bereits Haushühner.

  • ab ca. 700 bis 1400 n. Chr.

    Aus dieser Zeit sollen Funde von 88 Hühnerknochen stammen die an der Westküste Südamerikas gefunden wurden, also noch bevor Kolumbus Amerika erreichte. Sollte es vor Kolumbus auf dem amerikanischen Kontinent Haushühner gegeben haben, könnten daran japanische oder polynesische Seeleute beteiligt sein.

  • 13. Jhdt

    Für Island sind Hühnerknochen belegt.

  • 14. Jhdt

    Erste Erwähnungen vom weißfüßigen steirischen Geflügel in Urkunden.

  • 1493 n. Chr.

    Die ersten dokumentierten Importe zur Insel Hispaniola in die Karibik durch Christoph Kolumbus. Er hatte auf seiner zweiten Reise 200 Hühner dabei.

  • 1575

    Von den Bantu Völkern Afrikas gelangten Hühner ins Gebiet des heutigen Brasiliens.

  • 15. Jhdt

    Das Tirolerhuhn soll schon im 15. Jahrhundert in Salzburger Klöstern gezüchtet worden sein. Es gehörte zu den im zentralen und östlichen Alpenraum seit Jahrhunderten verbreiteten Spitzhauben-Hühnern und war wohl mit den südlich des Brenners verbreiteten Polveraras verwandt.

    Quelle: tirolerhuhn.org
  • 16. Jahrhundert

    Im Gebiet des heutigen Boliviens, Perus und Mexikos war es üblich, Steuern mit Hühnern und Eiern zu begleichen.

  • 1701 n. Chr.

    Ein Kupferstich in dem Buch des Österreichers Freiherr von Hoberg zeigt eine Landfrau, die verschiedenes Geflügel füttert, darunter auch Nackthälse.

  • 18. Jhdt

    Die relative Isolation des ländlichen Raums, durch den kein oder wenig Austausch von Tieren mit anderen Regionen stattfand, führte zur Entwicklung vieler Landrassen.

    Allmähliches Interesse an der Entwicklung von Zuchtstandards der Hühnerrassen. Die vom Menschen betriebene Zuchtauslese brachte viele Hühnerrassen hervor, wobei anfangs Zweinutzungsrassen bevorzugt wurden.

  • 1804 n. Chr.

    Zur Feier der Krönung von Kaiser Napoleon in Paris wurden neben anderem Geflügel 150 Kapaune und 50 Hühner vom steirischen Landesamt geordert.

  • 1840 - 1860 n. Chr.

    Die Hühnerzucht bildete in der Steiermark einen wichtigen Zweig der Landwirtschaft. Sie wurde vor allem in den Maisanbaugebieten betrieben, da Mais zur Geflügelmast verwendet wurde. Der züchterische Schwerpunkt lag im Umkreis von Graz, insbesondere in den Bezirken Graz-Umgebung, Wildon, Leibnitz, Mureck, Arnfels, Eibiswald, Deutschlandsberg, Stainz und Voitsberg. Die Vermehrung, Pflege und Mast der Hühner lagen meist in den Händen der Bäuerinnen. Pro Haushalt wurden durchschnittlich zehn Hühner gehalten.
    In dieser Zeit gelangten jährlich etwa 20.000 Exemplare nach Wien und damit an die Höfe der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Das gemeine mitteleuropäisches Landhuhn

Das römische Landhuhn soll durch die Römer in das heutige Gebiet von Slowenien und Österreich gelangt sein. Im Laufe der Zeit dürften sich in den einzelnen Gebieten lokale Hühnerschläge gebildet haben.
Auch in der Unter- und Obersteiermark sind besondere Schläge hervorgegangen, die als Vorläufer der heutigen Altsteirer und Sulmtaler Hühner gelten.
Mitte des 19. Jahrhunderts wird noch eine Vielzahl an bunten Varietäten des gemeinen mitteleuropäischen Landhuhns beschrieben. Orangebunte, fahlbunte, graubunte und weißbunte findet man neben wildbraunen und einfärbig schwarzen, braunen, weißen und gelben, sowie den schopfigen Landhühnern.



Einige Artikel über die Vorzüge unserer Landhühner

Steirisches Landhuhn

Ursprungsgebiet Steirisches Landhuhn

Ursprungsgebiet Steirisches Landhuhn

Einer der Vertreter des mitteleuropäischen Landhuhns ist das "Steirische Landhuhn" oder "Steirerhuhn", das vor allem wegen seiner Fleischqualität und seiner Legeleistung bekannt war.
In den raueren Gebirgslagen der Steiermark wurde das leichte Landhuhn der Ostalpen bereits im 19. Jahrhundert "Steinhendl" oder "Stoapipperl" genannt.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet das Steierhuhnes erstreckte sich über das heutige Slowenien, zwischen den Flüssen Mura und Sava (früher Untersteiermark) sowie dem damals südlichen Teil Österreichs (früher Obersteiermark).

Das Steinhendl oder "Stoapippal"

Steinhendl Küken

Steinhendl Küken

G. Jaritz - www.alpenrassen.at

Das Steinhendl ist der letzte noch existierende Vertreter des züchterisch nicht verbesserten mitteleuropäischen Landhuhns im Alpenraum.
Dieser kleine 450 bis 650 Gramm leichte Geflügelschlag hat sein Ursprungsgebiet in der Steiermark und den angrenzenden Regionen in Österreich und Slowenien. Entsprechend robust und ursprünglich sind die kleinen, sehr beweglichen und gut flugfähigen Landhühner. In den rauheren Gebirgslagen der Steiermark wurde das leichte Landhuhn der Ostalpen bereits im 19. Jahrhundert "Steinhendl" oder "Stoapipperl" genannt. In der Steiermark ist diese Bezeichnung für zierliche Landhühner auch heute noch gebräuchlich.

Quelle: alpenrassen.at

Der steirische Kapaun

Steirische Kapaune 1897

Steirische Kapaune 1897

Die Steiermark war schon frühzeitig für ihr Geflügel bekannt.
Ursprünglich genoss der steirische Kapaun eine Beliebtheit weit über die Grenzen Österreichs hinaus, was auch aus dem Artikel über die Gründung des steiermärkischen Geflügelzuchtvereins (1879) hervorgeht.
Erste Erwähnungen gehen bis auf das 14. Jahrhundert zurück. Weitere urkundliche Erwähnungen stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert galt Geflügel aus der Steiermark als besondere Spezialität. Der steirische Kapaun war wegen seiner Größe und der besonderen Zartheit seines wohlschmeckenden Fleisches weit über die Grenzen der Steiermark hinaus bekannt. So wurden mehrere 100.000 Stück nach ganz Europa geliefert, wo sie an den großen Fürsten-, Königs- und Kaiserhäusern verspeist wurden. Das führte zum Namen "Kaiserhuhn".

Im 19. Jahrhundert bildeten die Geflügelhändler eine eigene Gilde die "Kapaun-Fratschler". Daran erinnert noch heute der "Kapaunplatz", ein Seitenarm des Franziskanerplatzes in Graz, an dem sie ihre Geschäfte betrieben.

Entwicklung vom Landhuhn zur eigenständigen Rasse

  • ab 1850

    Viele Jahre lang wurde das Steirer Huhn so erhalten, wie es sich seit jeher unter natürlicher Selektion in den Regionen entwickelt hatte. Ab etwa 1850 kam es zur Einführung fremder Hühnerrassen, durch die man sich eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit erhoffte.

    Als vermehrt gewerbsmäßige Geflügelzucht in sogenannten Geflügezuchtanstalten betrieben wurde setzte man auf Rassen wie Spanier, Houdans, Dorkings, Crève Coeurs, La Flèches, Cochin, usw...
    Leider wurde auch die Meinung verbreitet man müsse die hierzulande ansässigen Landhühner mit diesen Rassen kreuzen um deren Leistungsfähigkeit zu verbessern, wie im Artikel aus der "Wiener landwirtschaftliche Zeitung" vom 25. Jänner 1879 nachzulesen ist.

  • 1875

    Das Nackthalshuhn wird erstmals bei der internationalen Geflügelausstellung in Wien auf einer Großschau gezeigt und wird vor allem in Siebenbürgen (damals Österreich-Ungarn) gezüchtet.

  • 1885

    In den Jahren von etwa 1850 bis 1875 wurde durch Einkreuzung fremdländischer Hühnerrassen das bodenständige Steirische Huhn stark vermischt und zurückgedrängt, doch gelang es einer Reihe namhafter Züchter, aus den noch vorhandenen Rückschlagtieren die alte Landhuhnrasse wieder rein heraus zu züchten. Die ersten Züchter, die sich etwa ab 1885 um die Erhaltung und Verbesserung des alten Steirischen Huhnes, des späteren "Altsteirer Huhnes" bemühten, waren: Edmund Graf Maldeghem, Stephan Frh v. Washington, Gewerke Rudolf Seidler, Julius Schuch und Dominik Gf. d Avernas.

  • 1894

    Die erste Musterbeschreibung für das steirische Landhuhn samt bunter Abbildung wurde vom "ersten Steiermärkischen Geflügelzuchtverein" in Graz herausgegeben.

  • 1897

    In Cilli (heute Celje, Slowenien) wurde vom "Verein für Tierschutz und Tierzucht" unter Obmann Emanuel Martiny eine Zuchtanstalt für das Steirerhuhn gegründet, die später nach Marburg an der Drau (heute Maribor, Slowenien) übersiedelte. Der mittelschwere Landschlag des Steirer Huhns, das Cillier Huhn wurde in vier Farbschlägen, weiß, gesperbert, rotbraun und weizenfärbig, herausgezüchtet.

  • 1898

    In einer Festschrift zur fünfzigjährigen Wiederkehr der Thronbesteigung von Kaiser Franz Joseph I. 1898 wird erwähnt, dass das Tirolerhuhn neuerdings an Ausstellungen hohe Preise erziele.

  • um 1900

    Aus Rückschlagtieren auf die alte steirische Rasse, die in diesem Hühnergemisch von Kreuzungstieren vorkamen, erzüchtete der landw. Verwalter Armin Arbeiter, Vizepräsident des ersten steiermärkischen Geflügelzuchtvereins, in Feldhof bei Graz ab 1900 ein schweres Zwie- und Masthuhn in ca. 7 Jahren der Rückzüchtung und gab ihm den Namen "Sulmtaler Huhn". Die vorzüglichen Nutzeigenschaften dieses Huhnes wurden sehr bald von der Steiermärkischen Landesregierung anerkannt, ja die Verbreitung dieser Rasse, insbesondere in den Maisanbaugebieten des Landes, weitgehend empfohlen.
    Auf den großen Geflügelausstellungen in Wien, Budapest und Berlin fand die Geflügelrasse
    aufgrund ihrer prächtigen Kondition, Schönheit und Leistungsfähigkeit höchste Anerkennung.
    Die Sulmtaler verbreiteten sich rasch.

    Sulmtaler um 1920
  • 1902

    Der steirische Landwirtschaftsverein organisierte eine Fachtagung über das Steirische Huhn. Im Rahmen dieser wurden unter anderem die Vorzüge der Rasse betont und der Entschluss gefasst, bei der Geflügelzucht fortan auf die Einfuhr fremder Rassen zu verzichten und stattdessen wieder zur altbewährten steirischen Landeszucht zurückzukehren. Daraufhin wurde das steirische Landhuhn die Grundlage der Eier- und Fleischproduktion in der gesamten Steiermark.

    Eine Musterbeschreibung des (Alt-) Steirer Huhnes wird von der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft für Steiermark formuliert. Der Typ der Altsteirer hat sich seitdem bis heute nur wenig verändert. Die Körperhaltung, die einst aufrecht und stolz getragen wurde, ist heute nahezu waagrecht. Die Kehllappen damals lang, schmal, dünn und hängend sind heute kurz und gut gerundet. Der Kamm wurde bereits damals nicht zu groß mit ansteigender Fahne gefordert, die Anzahl der Zacken wurde erst vor einigen Jahren eingeführt.

    Das Tirolerhuhn ist Thema im Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrates. Bei den Beratungen zum Ackerbauministerium wird es als gutes Beispiel für hohe Wetterhärte und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten genannt, auf die bei der Geflügelzucht vermehrt abgestellt werden soll.

    Der Verein für Tierschutz und Tierzucht beschließt bei der Jahresversammlung im Oktober die Gründung einer Anstalt für Geflügelzucht in Marburg (heute: Maribor, Slowenien). Obergeometer Emanuel Martiny wird als Obmann in den neu gewählten Ausschuss berufen.

    Altsteirer Hühner um 1926
  • 1914

    Buch von Armin Arbeiter: Handbuch der Nutzgeflügelzucht für Österreich und die Donauländer.

    Sulmtaler Hühner waren bereits auf tausenden steirischen Geflügelhöfen zu finden. Als Zweinutzungshuhn für Eier und Fleisch wurde das Sulmtaler sowohl zu einer wichtige Einnahme- als auch Versorgungsquelle.

  • 1918

    Buch von Armin Arbeiter: Steirische Hühnerzucht - ein Handbüchlein für Landwirte und Hühnerzüchter.

Emanuel Martiny und Armin Arbeiter

Inserat Armin Arbeiter 1908

Inserat Armin Arbeiter 1908

Ein Inserat von Armin Arbeiter, des Erzüchters der Sulmtaler Hühner

Einige Geflügelzüchter, unter anderem Emanuel Martiny und Armin Arbeiter, erkannten schon sehr früh das Potential der alten Rasse und machten es sich zum Ziel mit den noch erhaltenen reinen Blutlinien das alte ursprüngliche Steirerhuhn wieder heraus zu züchten und Kreuzungstiere zu verdrängen. Damals waren unter den steirischen Hühnern zwei Schläge deutlich unterscheidbar: ein leicht gebauter Legeschlag, der hauptsächlich im steirischen Gebirgsland gezüchtet wurde und ein schwerer Schlag, der in den Tälern der Untersteiermark, im Sappau- und Sulmtal beheimatet war. Beide Schläge wurden rein weiter gezüchtet. Den leichteren Schlag nannte man Altsteirer Huhn, den schweren Schlag Sulmtaler Huhn.

Sulmtaler Hühner - ein schweres Landhuhn

Die Sulmtaler stammen vom schweren Schlag des steirischen Landhuhnes, einer Unterart des mitteleuropäischen Landhuhnes, ab. Diese Landhühner wurden seit mehr als 300 Jahren hauptsächlich in der Kornkammer des Weinlandes um Deutschlandsberg und Stainz in der Steiermark, in dem auch das Sulmtal liegt, gezüchtet. Das "Steirische Mastgeflügel" aus diesen Gegenden hat wegen seiner ausgezeichneten Qualität Weltruf erlangt. Als bodenständige Hühner hatten sie sich besonders im weststeirischen Hügelland bei reichlicher Maisfütterung, sorgfältiger Pflege und richtiger Zuchtwahl der stärksten und wüchsigsten Tiere im Laufe der Zeit immer schwerer entwickelt.

Altsteirer Hühner - der leichte Schlag

Altsteirer Hühner um 1920

Altsteirer Hühner um 1920

Die Altsteirer sind der leichte Schlag des steirischen Landhuhns, und zwar aus den gebirgigen Gegenden nördlich von Graz (Mur-Mürz-Furche), wo diese weißfüßige Abart schon seit Jahrhunderten heimisch ist (es wird schon im 13. Jhdt. erwähnt). Ähnliche Landhühner finden wir auch in den an die Steiermark angrenzenden Ländern (Verbreitungsgebiet in Slowenien ist die Region zwischen den Flüssen Mura und Sava).

Schwere Zeiten

  • 1925

    Nach drastischen Rückgängen des Bestandes während des 1. Weltkrieges fand sich erst wieder in Franz Koschar um 1925 ein Förderer des Sulmtaler Huhnes.

  • um 1935

    Paul Graf Scapinelli besaß auf dem Gut Annabichl bei Klagenfurt eine Leistungszucht aus 200 Altsteirer Hühnern. Alljährlich im Herbst sandte Graf Scapinelli einen
    Stamm seiner Altsteirer zur Leistungsprüfung nach Klosterneuburg bei Wien, wo die Tiere regelmäßig unter den erfolgreichsten Kontrollgruppen aufschienen. Das Gut fiel allerdings dem Ausbau des Klagenfurter Flughafens zum Opfer, woraufhin der Bestand an den deutschen Sonderverein für Züchter des Altsteirer Huhnes übergeben wurde.

  • 1938

    Ende der 1930er Jahre wurde die große Verbreitung der Steirerhühner durch den Anschluss Österreichs an das Deutsch Reich gestoppt. Es wurden Wirtschaftsrassen festgelegt, welche ausschließlich in landwirtschaftlichen Betrieben vermehrt werden mussten. Die Altsteirer zählten jedoch nicht zu den anerkannten Rassen, sodass die Bestände zu dieser Zeit drastisch zurückgingen. Die Erhaltung der Rasse erfolgte durch die Zucht von Liebhabern.

  • 1945

    Den 2. Weltkrieg überstanden die Sulmtaler in der Zuchtanstalt Dornegg (Bezirk Graz Umgebung), mussten aber auf behördlichen Auftrag auf Legeleistung gezüchtet werden. Als Folge gingen Körpergewicht und Mastfähigkeit stark zurück. In den bäuerlichen Zuchten jedoch blieben die Hühner mit einem höheren Gewicht erhalten, so dass man in der Gegend von Stainz, Oisnitz, Preding und Wieselsdorf auf fast allen Bauernhöfen prächtige und schwere Sulmtaler finden konnte.

  • 1957

    Nach dem 2. Weltkrieg versuchte man das Körpergewicht der Sulmtaler auch in der Zuchtanstalt Dornegg wieder zu erhöhen. 1957 musste aufgrund des Aufkommens der industriellen Hühnerzucht die Zuchtanstalt geschlossen werden. Damit wurde nicht nur das Sulmtaler selbst, sondern auch das landwirtschaftliche Potential dieser Hühnerrasse stark gefährdet.

  • 1970 er Jahre

    Bis dahin war das farbenfrohe Steinhendl noch häufig auf Bauernhöfen am Südostrand der Alpen anzutreffen. Ihre Robustheit und ihr Freiheitsdrang wurden ihnen im Zuge der Vogelgrippe-Epidemie schlussendlich zum Verhängnis. Traditionell wurden die Steinhühner mehr oder weniger sich selbst überlassen. Gerne verbringen die Tier daher die Nächte auf Schlafbäumen im Hofverband. Die Verunsicherung der Bevölkerung im Zuge der Vogelgrippe und Verbote der Freilandhaltung führten zum beinahe Verschwinden dieses hübschen Landschlages. Heute ist dieser heimische Geflügelschlag beinahe in Vergessenheit geraten. Nur mehr 100-200 Tiere existieren noch am südöstlichen Alpenrand. Vielfach sind die Bestände bereits verkreuzt. Nur mehr wenige Betriebe haben den Landschlag in Reinzucht bis heute erhalten.

    Quelle: alpenrassen.at

  • 1980

    Ende der 1980er besannen sich einige Züchter wieder der besonderen Qualität der Sulmtaler Hühner.

  • 2006

    2006 wurde das Sulmtaler Huhn zum Leitprojekt im Naturpark Steirisches Weinland erklärt.

  • 2007

    2007 wurde das Sulmtaler Huhn von Slow Food Österreich in die Arche des Geschmacks aufgenommen.

  • 2010

    Ein paar engagierte Züchter in der Schweiz und in Südtirol beginnen an der Rückzüchtung des vor etwa 100 Jahren ausgestorbenen Tirolerhuhnes.

  • 2014

    Das Steinhuhn ist akut vom Aussterben bedroht, es existieren nur noch rund 50 Zuchttiere. Es wurde der Zuchtverein für traditionelles Nutzgeflügel in den Alpen gegründet, der sich für die vom Aussterben bedrohten Nutzgeflügelrassen einsetzt.

    In einem Seitental des Südtiroler Sarntales wurden von der "Arbeitsgemeinschaft Rückzüchtung des Tirolerhuhnes" mögliche Überbleibsel der ausgestorben geglaubten Tirolerhühner gefunden!

  • 2015

    Das Steinhendl ist Nutzgeflügelrasse des Jahres.

  • 2017

    Das Tirolerhuhn wird in die Liste der in Italien staatlich anerkannten Hühnerrassen aufgenommen.

  • 2020

    Das Nackthalshuhn (das altösterreichische "Siebenbürgerhuhn") ist Nutztierrasse des Jahres in der Kategorie Kleintiere.

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