Neu- Tirolerhuhn

Das Rückzüchtungs Projekt:

Arbeitsgemeinschaft zur Rückzüchtung des Tirolerhuhnes

Rückzüchtungen sind wissenschaftlich mehr als umstritten, weil ausgestorbene Species oder Rassen nicht wirklich wieder "hergestellt" werden können. Die Materie ist aber so faszinierend, dass Rückzüchtungen immer wieder versucht werden. Am bekanntesten ist wohl das Heckrind, das Ergebnis der versuchten Rückkreuzung des Auerochsen.

Ein paar engagierte Züchter in der Schweiz und im Südtirol sind an der Rückzüchtung des vor über 100 Jahren ausgestorbenen Tirolerhuhnes. Wer sich am Projekt beteiligen will, ist herzlich willkommen.

Erfolge:
Beim Rückzüchtungsprogramm wurden ausgesuchte Vertreter verschiedener Farbschläge der Appenzeller Spitzhauben mit eben solchen Tieren der heute äusserst seltenen Polverara Hühner verpaart. Bei der Nachzucht, d.h. bei den "Neu-Tirolern" fallen zwei Dinge auf:

a) Obschon die verschiedensten Farbschläge miteinander verpaart wurden (um eine möglichst breite genetische Basis zu erhalten), überwiegt bei der Nachzucht die schwarze Farbe (auch bei Verpaarungen weissXweiss).
b) Die Nachzucht erbt das eher bedächtige Gemüt der Polveraras, die wenig fliegen und kaum nervös sind. Sie lassen sich problemlos anfassen und aufheben und sind auch für Kinder geeignet. Daher beteiligt sich jetzt auch der Kinderzoo Rapperswil am Projekt. Auch unter Hähnen gibt es kaum Aggressivität.

Charakterisierung der Neu-Tiroler

Quelle: tirolerhuhn.org
Quelle: tirolerhuhn.org

(Stand Ende 2013)

Bezeichnung:
Neu-Tirolerhuhn, Tirolerhuhn, Tirolese (it)

Ursprungsgebiet:
Gebiet der ehemaligen österreichischen Monarchie, Provinzen Bozen und Trient (IT), Tirol, Salzburg und Vorarlberg (A), Zentral- und Ostschweiz (CH), süddeutscher Grenzraum in Bayern (D)

Typ und produktive Ausrichtung:
Elegantes und robustes Huhn von mittlerer Körpergröße, charakteristische, nach vorne gerichtete Federhaube, gut entwickelter Bart. Die Hühner haben einen gut entwickelten Bruttrieb. Haltung im Allgemeinen auf bäuerlichen Betrieben mit extensiver Freilandhaltung (Weide), Zweinutzungshuhn Fleisch und Eier (ca. 55-60 gr). Das Fleisch ist mager und von feinem Geschmack.

Biometrische Daten:
Mittleres Gewicht des reifen Hahnes: 2,0-2,4 kg.
Mittleres Gewicht der reifen Henne: 1,5-1,8 kg.
Ei: 55-60 gr., Minimalgewicht 50 gr.
Farbe der Eischale: reinweiß und weißlich
Legeleistung: 160-200 Eier/Jahr.
Größe des Fußringes: Hahn 18 mm, Henne 16 mm.

Typische Charakteristiken:
Körper: zylindrisch, mittlere Länge, gut abgerundet. Kopf: kompakt, von mittlerer Größe, Haube nach vorne gerichtet. Schnabel: kräftig und leicht gebogen, von gräulicher bis blauschwarzer Farbe Augen: groß; lebhaft, hell und von rot-oranger bis brauner Farbe Kamm: kleiner V-förmiger Hörnerkamm. Kehllappen: klein und rot. Gesicht: rot. Ohrenmuscheln: mittlere Größe, oval und von weiß-bläulicher Farbe. Bart: Bart und Backenbart oft schwarz, decken Kehllappen und Ohrmuscheln nur teilweise. Haube: Immer gut entwickelt und nach vorne gerichtet. Bei Hähnen schmal und hoch, bei Hennen voller (breiter) und kleiner. Hals: aufrecht, oft mit schwarzer Halskrause.
Hahn: lang, bogenförmig und aufrecht getragen; gut bemantelt mit lanzettlich langen und feinen Federn.
Henne: eher kurz und bogenförmig. Schultern: durchschnittlich breit. Rücken: durchschnittliche Länge und Breite; zum Schwanzansatz abgesenkt. Flügel: werden dicht am Körper getragen. Schwanz: aufrecht getragen, auch bei der Henne. Brust: wenig vorspringend, hoch getragen. Beine: mittellang, augenfällig und nicht befiedert, blau bis schiefergrün, vier Zehen. Bauch: gut entwickelt, weich. Haut: zart, weiß Struktur des Federkleides: gut anliegend, lange, abgerundete Federn. Färbung des Federkleides: alle Farben.

Morphologische, biometrische und farbliche Charakteristikas, welche den Ausschluss aus dem Register bewirken:
Zu gedrungene oder zu aufrechte Haltung; Schwächlicher Rumpf; Offene, auseinanderfallende, krumme oder nach hinten gerichtete Haube Nicht ausreichend gut entwickelter Bart; Von den Charakteristischen Massen abweichende Körpermasse und Gewicht.

Farbschläge

Bei den Tirolerhühnern gab es verschiedene Farbschläge, wobei die schwarze Farbe vorherrschte.
Bei den Neu-Tirolern herrscht ebenfalls die schwarze Farbe vor, aber es gibt auch diverse Farbvarianten. Eigentliche Farbschläge müssen jedoch noch gefestigt werden.

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Hape Grünenfelder
www.patrimonio-montano.org

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