Altsteirer Huhn

Altsteirer wildbraun

Altsteirer Hühner um 1920
Altsteirer Hühner um 1920

Die Altsteirer sind der leichte Schlag des steirischen Landhuhns, und zwar aus den gebirgigen Gegenden nördlich von Graz (Mur-Mürz-Furche), wo diese weißfüßige Abart schon seit Jahrhunderten heimisch ist (es wird schon im 13. Jhdt. erwähnt). Ähnliche Landhühner finden wir auch in den an die Steiermark angrenzenden Ländern (Verbreitungsgebiet in Slowenien ist die Region zwischen den Flüssen Mura und Sava).

Ab 1850: Einkreuzung fremdländischer Hühnerrassen

In den Jahren von etwa 1865 bis 1875 wurde durch Einkreuzung fremdländischer Hühnerrassen das bodenständige Steirische Huhn stark vermischt und zurückgedrängt, doch gelang es einer Reihe namhafter Züchter, aus den noch vorhandenen Rückschlagtieren die alte Landhuhnrasse wieder rein herauszuzüchten. Die ersten Züchter, die sich etwa ab 1885 um die Erhaltung und Verbesserung des alten Steirischen Huhnes, des späteren "Altsteirer Huhnes" bemühten, waren: Edmund Graf Maldeghem, Stephan Frh v. Washington, Gewerke Rudolf Seidler, Julius Schuch und Dominik Gf. d´Avernas.

1894: erste Musterbeschreibung

Die erste Musterbeschreibung samt bunter Abbildung wurde im Jahre 1894 vom "ersten Steiermärkischen Geflügelzuchtverein" in Graz herausgegeben.

1897: Zuchtanstalt Cilli

Im Jahre 1897 wurde in Cilli (heute Celje, Slowenien) vom "Verein für Tierschutz und Tierzucht" eine Zuchtanstalt für das Steirerhuhn gegründet, die später nach Marburg an der Drau (heute Maribor, Slowenien) übersiedelte.

1902: Beschreibung Altsteirer Huhn

Im Rahmen der vom Steirischen Landwirtschafts Verein 1902 abgehaltenen Fachtagung
zum Thema „Steirer Huhn“ wurde eine grundsätzliche Beschreibung für die Rasse Altsteirer
Huhn
formuliert.

Der Typ der Altsteirer hat sich seitdem bis heute nur wenig verändert. Die Körperhaltung, die
einst aufrecht und stolz getragen wurde, ist heute nahezu waagrecht. Die Kehllappen damals
lang, schmal, dünn und hängend sind heute kurz und gut gerundet. Der Kamm wurde bereits
damals nicht zu groß mit ansteigender Fahne gefordert, die Anzahl der Zacken wurde erst
vor einigen Jahren eingeführt.

Altsteirer Hühner um 1926
Altsteirer Hühner um 1926

1935: Leistungszucht Altsteirer Gut Annabichl

Um 1935 besaß Paul Graf Scapinelli auf dem Gut Annabichl bei Klagenfurt eine
Leistungszucht aus 200 Altsteirer Hühnern. Alljährlich im Herbst sandte Graf Scapinelli einen
Stamm seiner Altsteirer zur Leistungsprüfung nach Klosterneuburg bei Wien, wo die Tiere
regelmäßig unter den erfolgreichsten Kontrollgruppen aufschienen. Das Gut fiel allerdings
dem Bau des Klagenfurter Flughafens zum Opfer, woraufhin der Bestand an den deutschen
Sonderverein für Züchter des Altsteirer Huhnes übergeben wurde.

1938: Niedergang des Altsteirer Huhnes

Ende der 1930er Jahre wurde die große Verbreitung der Steirerhühner durch den Anschluss
Österreichs gestoppt. Es wurden Wirtschaftsrassen festgelegt, welche ausschließlich in
landwirtschaftlichen Betrieben vermehrt werden mussten. Die Altsteirer zählten jedoch nicht
zu den anerkannten Rassen, sodass die Bestände zu dieser Zeit drastisch zurückgingen. Die
Erhaltung der Rasse erfolgte durch die Zucht von Liebhabern.

Altsteirer weiß

Altsteirer Hühner weiß
Altsteirer Hühner weiß

Die weißen Altsteirer entstanden in der ehemaligen Untersteiermark, dem heutigen Slowenien sowie in den angrenzenden Gebieten aus weißen Landhuhnschlägen unter Einfluss von Paduanern und Italienern. Da ihre Gefiederfarbe in einer fruchtbaren Gegend mit saftig grünen Wiesen kaum Schutz vor Räubern bietet, dürften sie eher in kargen Regionen entstanden sein und dort ihre typischen Merkmale entfaltet haben. Da sie jedoch ganzjährig einen gut gedeckten Tisch vorfanden, war ihr Gewicht von jeher etwas höher als das ihrer wildbraunen Verwandten.

Altsteirer gesperbert

Altsteirer kuckucksfarbig
Altsteirer kuckucksfarbig

Die gesperberten Altsteirer sind heute leider nicht mehr als offizieller Farbschlag anzutreffen, allerdings gibt es Bemühungen diesen wunderschönen Farbschlag wieder ins Leben zu rufen.

Altsteirer gesperbert
Altsteirer gesperbert

Altsteirer in anderen Farbvarianten

Altsteirerhenne schwarz
Altsteirerhenne schwarz

Früher kamen die Steirerhühner in sehr vielen Farben und Farbvariationen vor: wild- und rebhuhnfarbig, rotbraun, weizenfarbig, gelb, blaugoldfarbig, silberhalsig, weiß, gesperbert und schwarz uvm. Es wurde nicht auf eine bestimmte Farbe hin gezüchtet. Später wurden nur die Farben wildbraun und weiß Standardisiert. Heutzutage gibt es wieder mehr Liebhaber und Halter der "inoffiziellen" Farbschläge.

Altsteirerhahn
Altsteirerhahn

Texte: www.bmlfuw.gv.at

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